19 Tipps zum Fremdsprachen lernen

Fremdsprachen-lernen-tipps

1.) Setze dir realistische Ziele

Am Anfang ist die Lerneuphorie oft groß – zu groß.

7 Tage die Woche, 2 Stunden täglich zu lernen, wird dich zwar schnell weiterbringen, aber ob du nach 2-3 Wochen noch soviel Motivation und Zeit haben wirst, ist eher fraglich. Setze dir daher realistische Lernziele, die du auch langfristig einhalten kannst.

2.) Konzentriere dich auf die Dinge, die du brauchst

Bevor du mit dem Lernen anfangen willst, frag dich, welche Aspekte der Sprache du am ehesten verwenden wirst. Willst du in der Sprache Filme ansehen, Zeitungen lesen, oder einfach nur im Restaurant dein Essen bestellen können?

Kurzfristig kannst du nicht alle Aspekte einer Sprache lernen – auch wenn das langfristig sicher interessant ist – aber wenn du dich auf die für dich wichtigsten Dinge konzentrierst, kannst du immerhin in den jeweiligen Bereichen schnell Fortschritte erzielen.

Das Prinzip hinter dieser Methode wird in diesem Video von Josh Kaufman erklärt (auf Englisch):

 3.) Benutze die Sprache

Eine neue Sprache wirst du nicht in Isolation lernen. Ich selbst lernte in der Schule jahrelang Französisch, doch als ich in Frankreich das erste Mal bei einem Kellner etwas bestellen wollte, wusste ich nicht, was ich sagen sollte.

Das Problem war, dass in der Schule kaum die Konversation mit Muttersprachlern geübt wird. Aber genau das, sollte eigentlich der wichtigste Teil des Sprachenlernens sein. Benutze die Sprache daher von Anfang an. Am besten indem du dir einen Sprachpartner suchst.

4.) Finde einen Sprachpartner

Mit einem Sprachpartner, den du regelmäßig triffst, kannst du am schnellsten Fortschritte erzielen. Sehr häufig wird Tandemlearning praktiziert.  Das läuft folgendermaßen ab: Eine Stunde lang übst du mit deinem Sprachpartner seine Sprache, dann wird gewechselt und er oder sie lernt deine Sprache. Doch wo findest du einen Partner zum Üben der Sprache?

Viele Universitäten bieten sogenannte Tandempartner-Börsen an, wo du Muttersprachler finden kannst, die zum Beispiel Deutsch lernen wollen und dir im Gegenzug beim Lernen ihrer Sprache helfen. Auch über Social-Networks wie Couchsurfing oder italki lassen sich Tandempartner finden.

PS: Oft wird auch gesagt, dass eine Liebes-Beziehung zu einem Muttersprachler die schnellste Methode ist, um eine Sprache schnell zu lernen. Das mag stimmen, trifft aber natürlich nur zu, wenn man mit ihr oder ihm auch wirklich in der jeweiligen Sprache spricht. Ich kenne einige Beziehungen, wo das nicht der Fall ist.

5.) Mache Fehler – Vermeide Perfektionismus

Wir werden in der Schule darauf trainiert keine Fehler zu machen. Beim Sprachen lernen ist das kontraproduktiv, da dich dieser Perfektionismus im Endeffekt vom Praktizieren einer Sprache abhält.

Ich habe schon von vielen Leuten gehört, dass sie erst in einer neuen Sprache sprechen wollen, wenn sie sich grammatikalisch korrekt ausdrücken können. Das ist ein Blödsinn, es ist besser von Tag 1 an mehrere Monate in der Fremdsprache herumzustammeln, als darauf zu warten, dass irgendwann der Tag kommt, wo du dich flüssig unterhalten kannst.

Dieser Tag wird nicht kommen, wenn du nicht bereit bist, Fehler zu machen…

6.) Lerne die Sprache im Ausland

Es ist natürlich möglich eine Sprache von zuhause zu lernen. Viel schneller gehen natürlich die Fortschritte, wenn du eine Zeit lang in einem Land verbringst, wo die Sprache gesprochen wird. Du kannst dich zum Beispiel als Aupair oder Austauschstudent bewerben, aber auch schon eine 1-2 wöchige Sprachreise wird dich weiterbringen.

7.) Lerne die Basic wie ein Kind

Kinderbücher, Kindercomics und Kinderfernsehserien sind für Sprachenlernende ideal, da die Inhalte sehr einfache Wörter und Vokabeln verwenden. Für Lernanfänger ist das perfekt.

8.) Umgib dich in deiner Freizeit mit der Sprache

Versuche die Sprache in deinen Alltag einzubauen, höre Musik und Radio, lese Bücher oder schaue Filme in der jeweiligen Sprache. Je mehr Medien du zum Sprachenlernen benutzt, desto besser werden deine Fortschritte ausfallen.

9.) Führe Selbstgespräche in der Sprache

Wenn mal kein Sprachpartner in der Nähe ist, kannst du auch versuchen Selbstgespräche in der Sprache zu führen. Denk dir zum Beispiel Situationen aus, wo du die Sprache verwenden könntest und überlege dir, was du in dieser Situation sagen könntest.

10.) Sei nicht schüchtern

Wenn du dich nicht traust, die Sprache anzuwenden, weil du Angst hast, Fehler zu machen, wirst du nur sehr langsam Fortschritte machen. Geh auf Muttersprachler zu und verwende die Sprache. Falls das für dich zu unangenehm ist, suche dir einen Sprachpartner, dem du vertrauen kannst.

11.) Nutze verschiedene Lernressourcen

Das ist ein Fehler, den ich selbst lange gemacht habe. Viele Leute setzen nur auf die eine App oder den einen Sprachkurs, um eine Fremdsprache zu lernen. Besser ist es natürlich, die Sprache auf möglichst vielen Ebenen zu lernen.

Eine App kann dir zwar viel beibringen, aber sie ersetzt keinen Sprachpartner und kann dich nur schwer auf alltägliche spontane Situationen vorbereiten.

12.) Bleibe langfristig motiviert

Kurzfristig kannst du eine Sprache kaum lernen. Wenn du eine Sprache fließend sprechen willst, musst du langfristig dran bleiben, das heißt mehrere Jahre. Sei daher am Anfang nicht zu übermotiviert.

In den ersten Wochen mag es noch lustig sein, mehrere Stunden täglich zu üben, aber über mehrere Monate wirst du das kaum durchhalten. Setze dir daher realistische Lernziele und bau das Sprachenlernen soweit es geht in deinen Alltag ein.

13.) Konzentriere dich am Anfang auf die Basics

Viele Leute  – auch ich – wollen zu schnell zu viele Fortschritte machen. Dabei vergessen sie auf die Basics, was sich später rächen kann. Sei auch hier nicht zu übermotiviert und konzentriere dich am Anfang auf die wichtigsten Sätze, häufigsten Vokabeln und die Basic-Grammatik.

Wenn du diese Sachen perfekt kannst, hast du schon einen sehr großen Lernfortschritt erzielt.

14.) Nutze Skype um mit Muttersprachlern zu sprechen

Wenn du keine Muttersprachler kennst, die in deiner Umgebung leben, musst du trotzdem nicht auf einen Sprachpartner verzichten. Über Webseiten wie www.italki.com kannst du zum Beispiel Sprachpartner finden, mit denen du skypen kannst.

15.) Benutze Mnemotechnik zum Vokabellernen

Vokabellernen kann mühsam sein und manche Wörter wollen einfach nicht im Kopf hängen bleiben. Mnemotechnik bezeichnet Gedächtnistechniken mit denen du Informationen besser im Gedächtnis behalten kannst. Oft mithilfe von Merkhilfen wie Eselsbrücken.

Schwer zu merkende Vokabeln kannst du dir zum Beispiel als absurdes Bild merken. Was du brauchst, ist etwas Kreativität:

Snail“ bedeutet z.B. auf Englisch Schnecke. Wenn du Probleme hast, dir das Wort zu merken, kannst du nach einem deutschen Wort suchen, das ähnlich wie „snail“ klingt und es mit dem Begriff Schnecke verbinden.

In diesem Fall bietet sich unter anderem das Wort „schnell“ an: Stelle dir jetzt ein Bild von einer Schnecke vor, die irrsinnig schnell durch deine Wohnung kriecht. Je absurder das Bild ist, desto besser.

Wenn du nun Mühe hast, dich an das englische Wort zu erinnern, denke an die schnell durch deine Wohnung kriechende Schnecke. Dir wird schnell in den Sinn kommen und von diesem Wort kannst du Snail ableiten.

Das klingt möglicherweise etwas kompliziert, ist aber leichter als es auf den ersten Blick scheint.

Mehr Informationen über Mnemotechniken findest du unter anderem auf www.neuronation.de

16.) Lerne die Aussprache

Oft wird zu wenig Wert auf das Lernen der Aussprache und des Klangs der Laute einer neuen Sprache gelegt. Das führt dazu, dass dich Muttersprachler schwerer verstehen werden. Es ist eigentlich nicht so wichtig akzentfrei zu sprechen, sondern eher die Wörter verständlich auszusprechen.

17.) Setze dir jeden Tag machbare Ziele

Überfordere dich nicht, aber unterfordern solltest du dich natürlich auch nicht. Am besten du schreibst dir eine Woche im voraus für jeden Tag der Woche Lernziele auf, die du an diesem Tag erreichen willst.

Solltest du am Ende der Woche drauf kommen, dass du nur sehr wenige deiner Ziele erreicht hast, hast du dich vermutlich überfordert. Setze dir daher für die nächste Woche etwas weniger ambitionierte Ziele.

18.) Nütze Lernressourcen die Spaß machen

Um die Motivation hoch zu halten, ist es wichtig, dass dir das Lernen auch Spaß macht bzw. interessant für dich ist.

  • Schau dir Filme (in der Sprache) an, die dich interessieren
  • Höre Musik die du magst
  • Lese Bücher oder Blogs die du interessant findest

Viele der heutzutage verbreiteten Apps zum Sprachenlernen nützen genau dieses Prinzip und setzten sehr stark auf eine Gamification der Lernkurse: Sprich sie versuchen beim Lernen deinen Spieltrieb zu aktivieren, indem du dich zum Beispiel mit Freunden oder anderen Usern vergleichen oder durch ein erfolgreiches Abschneiden Bonusmaterial freischalten kannst.

19.) Lerne Vokabeln nicht isoliert

Viele Leute machen den Fehler Vokabeln einfach von einer Liste zu lernen. Das ist jedoch ein Fehler, da sich unser Gehirn Dinge kontextbezogen merkt. Zu isolierten Wörtern, ist es schwierig eine Verbindung herzustellen.

Am leichtesten lassen sich Vokabeln lernen, wenn du einen Bezug zu einer bestimmten Situation die du erlebt hast, herstellen kannst. Benutze daher neue Vokabeln so oft wie möglich in alltäglichen Situationen oder denke dir Sätze und Situationen aus, wo du dieses Wort verwenden könntest.

Ein gutes Wörterbuch zum Kontextbezogenen Lernen ist www.linguee.de. Dieses Wörterbuch zeigt dir nicht nur die Übersetzung des Wortes an, sondern auch Texte in denen das Wort verwendet wurde.

Foto © Simon Shek

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