10 Tipps um einen Akzent wie ein Muttersprachler zu bekommen

Für viele Menschen die eine Fremdsprache lernen ist es das große Ziel, keinen Akzent zu haben und wie ein Muttersprachler zu klingen. Meiner Meinung nach ist es vollkommen in Ordnung einen Akzent zu haben. Ich finde es sogar sehr schön, wenn jemand einen Akzent hat und man hört, welche Muttersprache derjenige hat. Das macht es einfach auch Einzigartig und gibt eine besondere Note.

Wenn Du aber sehr motiviert bist, wie ein Muttersprachler zu klingen, ist das auch vollkommen in Ordnung. Ich werde Dir ein paar Tipps aufzeigen, wie Du dieses Ziel erreichen kannst. Aber denke daran, es ist immer besser eine Sprache (auch mit einem Akzent) zu sprechen, als gar nicht erst anzufangen weil Du dich mit deinem Akzent unsicher fühlst.

1. Analysiere die gesprochene Sprache

Finde Muttersprachler oder Aufnahmen von diesen (Youtube, Netflix, Podcast etc.) und höre genau zu, wie diese sich unterhalten. Achte auf folgende Punkte:

  • Welche Wörter/Töne werden zu einem vermischt?
  • Welche zwei Wörter hören sich an wie ein Wort?
  • Welche Wörter werden anders ausgesprochen als Du vorher dachtest? Wie werden diese ausgesprochen?
  • Welche Wörter werden überhaupt nicht ausgesprochen?

Schreibe einfach herunter was Du hörst und nutze einen Farbstift für deine Notizen die du dir direkt neben jeder Phrase notierst. Du wirst immer wieder auf bestimmte Muster und Aussprachen stoßen, die in einer mündlicher Konversation benutzt werden. Merke Dir diese und wende sie selbst an!

3. Fokussiere dich auf die Aussprache

Die Aussprache ist das Grundelement um wie ein Muttersprachler zu klingen. Starte indem Du deine Schwachstellen identifizierst. Mit welchen Wörtern hast Du bei deiner Aussprache besonders Probleme? Oftmals sind es besondere Aussprachen oder Buchstaben-Kombinationen die es im deutschen nicht gibt, wie z.B. das „th“ im Englischen. Das macht es einfach schwerer.

Um deine Aussprache zu üben ist der Google Übersetzer ein tolles Hilfsmittel, indem Du dir deine „Problemwörter“ immer und immer wieder anhörst so lange es notwendig ist. Meine Empfehlung ist, dass Du dich auf Wörter konzentrierst, die sich sehr ähnlich anhören und dies immer wiederholst bis du dir es eingeprägt hast.

4. Formuliere die Wortbetonung richtig

Die Wortbetonung ist die Betonung die du auf eine bestimmte Silbe eines Wortes legst. Es ist nicht das gleiche wie eine Satzbetonung (die Betonung auf ein bestimmtes Wort innerhalb eines Satzes). Die Wortbetonung ist sehr wichtig in Sprachen in denen es auftaucht. Zum Beispiel sollte beim spanischen Wort „manana“ die zweite Silbe besonders betont werden.

Als Übung zur Wortbetonung kannst Du dir eine Tageszeitung nehmen und dir die Aussprache der Wörter anschließend beim Google Übersetzer anhören. Fokussiere dich dabei auf die Betonung. Hörst Du einen Unterschied zwischen dem was Du hörst und wie Du das Wort aussprichst? Übe solange bis Du es richtig aussprichst.

5. Der Tonfall macht die Musik

Der Tonfall ist das auf und ab in deiner Stimme wenn du sprichst. In manchen Sprachen geht der Tonfall am Ende eines Satzes nach oben, was eine Frage bedeutet – z.B. in der polnischen Sprache. Wenn Du das z.B. im Englischen machst, wirst damit sofort als Nicht-Muttersprachler entlarvt. Manchmal fokussiere ich mich einfach auf die Betonung bestimmter Wörter innerhalb eines Satzes und wiederhole diese immer wieder, indem ich mir diesen Satz auf einen Podcast oder Youtube anhöre. Ich bin dadurch einfach überhaupt nicht abgelenkt und fokussiere mich voll und ganz auf die Aussprache.

Sprache ist wie Musik- es geht auf und ab und wenn du eine Fremdsprache erstmal drauf hast, näherst Du dich in deiner Aussprache einem Muttersprachler immer mehr.

6. Nutze Füllwörter um natürlicher zu klingen

Füllwörter sind eine Art von „Nicht-Wörtern“ die Muttersprachler in der Mitte eines Satzes benutzen um etwas zu sagen. Versuche in deiner Zielsprache herauszufinden, welche Füllwörter benutzt werden. Zum Beispiel ist es im Englischen oft ein „well“ oder „like“ was als Füllwort benutzt wird. Oder in Australien hörte ich immer wieder „no worries“ oder „no wo“ abgekürzt am Ende eines Satzes. Wenn Du diese Füllwörter benutzt, klingt deine Aussprache mehr und mehr wie ein Muttersprachler.

Ich habe dazu einen tollen Englischsprachigen Artikel auf lingholic.com gefunden.

7. Verändere deine Aussprache je nach Anlass

Es hängt immer davon ab, in welcher Situation du dich gerade befindest. Wenn Du z.B. in der Universität eine Präsentation hältst, solltest du eine eher formale Sprache nutzen, im gegensatz dazu wenn Du dich gerade mit Freunden auf ein Bier triffst solltest Du eine informale Sprache nutzen.

Um den Unterschied zu erkennen und zu üben schaust Du dir einfach eine TV-Show oder eine Serie für eine informale Sprache an und für eine formale Sprache eignen sich sehr gut Politiker Reden oder Tageszeitungen.

8. Nutze eine Vokabelliste mit informellen Wörtern

Das klingt erstmal ziemlich simpel, aber ich habe für mich selbst bemerkt, dass ich oft zu ernst klinge und wenig umgangssprachliche Vokabeln verwende. Lege Dir dazu in deinem Vokabelheft eine Bereich mit informellen Vokabeln an, die Du in sozialen Gesprächen verwendest. Zum Beispiel werden in Gesprächen in einem Pub ganz oft die Wörter „brilliant“, „cool“, „amazing“ oder „mate“ verwendet.

9. Achte auf die Körpersprache

Wahrscheinlich hast Du diesen Hinweis nicht erwartet, aber die Körpersprache ist ein wichtiger Bereich um wie ein Muttersprachler zu klingen. Die Bewegungen die du machst, deine Mimik und Gestik oder wie oft du lächelst – es sind alles Nonverbale Elemente um dich auszudrücken und wie ein Muttersprachler zu klingen.

Die beste Art um dies zu lernen ist natürlich sich mit den Menschen zu umgeben, die Muttersprachler in deiner Zielsprache sind und ihre Körpersprache genau zu beobachten. Sollte das nicht möglich sein können Youtube Videos dir weiterhelfen. Was ist gerade das Thema und wie schaut ihre Mimik und Gestik aus? Wie ist der Ton – freundlich, verdächtig, frech? Versuche dabei die Körpersprache zu lesen.

10. Was bedeutet eigentlich „Muttersprache“?

Wie ein Muttersprachler zu klingen kann sehr unterschiedlich sein, gerade wenn Du eine Sprache mit vielen regionalen Unterschieden lernst. Zum Beispiel wenn Du Spanisch lernst, möchtest wie jemand aus Mexiko, Spanien, Kolumbien oder Peru klingen? Es sind alles Muttersprachler.

Ein ausländischer Akzent ist ein guter Beginn für ein Gespräch

Wie ich oben im Artikel schon erwähnt habe, finde ich es vollkommen in Ordnung einen Akzent zu haben, so lange Du verstanden wirst – das ist es was eigentlich zählt.

Ein Akzent ist Teil deiner Persönlichkeit und kann oft der Beginn eines Gesprächs sein. Dein Gesprächspartner wird an deiner Herkunft interessiert sein und Du wirst einfach authentischer wahrgenommen.

Wie sind deine Erfahrungen damit? Hast Du noch weitere Tipps? Ich freue mich auf dein Kommentar!